Person

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Portrait aus der Sammlung des Münchner Stadtmuseums

Der Architekt Otho Orlando Kurz, Absolvent und später königlicher Professor an der Technischen Hochschule München, hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Stadtbild Münchens durch seine Bauten maßgeblich mitgeprägt. Geboren in Florenz im Jahr 1881, zieht die Familie im Jahr 1893 nach München, wo der Vater Emil Kurz als Bildhauer und Professor and der Akademie tätig ist. Das Studium der Architektur in München sowie erste praktische Erfahrungen sind maßgeblich  von der Lehre und Person des Architekten Friedrich von Thiersch beeinflusst. Im Jahr 1908 gründet Otho Orlando Kurz zusammen mit Eduard Herbert ein eigenes Büro. Immer wieder kehrt Kurz nach Italien zurück und hält seine Eindrücke in präzisen Skizzen fest. Diese Prägung durch die italienische Architektur ist vor allem in der Ausgestaltung der Fassaden der ersten Wohnhäuser und ihrer Beziehung zum Straßenraum spürbar. Kurz stirbt an einer Blutvergiftung im Jahr 1933.

Das gesamte Werk reicht von zahlreichen Wohnbauten über Kirchen und Fabrikgebäuden bis zu den Entwürfen für Grabsteinen und Denkmälern. Obwohl Otho Orlando Kurz sich in die architektonische Entwicklung vom Historismus hin zu einer Neuen Sachlichkeit einreiht, zeigen sich bei genauerer Betrachtung Eigenarten, die auf unterschiedlichen Maßstabsebenen in den Projekten ihren Niederschlag finden und mehr als nur eine Lesart der Gebäude zulassen.